Placebo - Battle For The Sun

„were you looking for somewhere to be, or looking for someone to do?“

Placebo sind weg von Virgin als langjähriges Majorlabel, mit dem neuen Album kam der Wechsel zu PIAS. Das ist nicht die einzige Veränderung, auch Drummer Steve Hewitt wurde durch Steve Forrest (vormals am Schlagzeuger bei Evaline, einer ehemaligen Vorband von Placebo) ersetzt.
Es scheint so, als habe sich die Band entschlossen, bei diesen großen Veränderungen auch musikalisch eine solche einzugehen. Man habe ein härteres Album als die vorigen machen wollen, und es klingt nicht nur härter, sondern auch rauher und viel weniger experimentell. Nicht SO rauh und unexperimentall wie das selftitled Debüt, aber "back to the roots" ist ein Schlag"wort", das mir sehr schnell in den Sinn kommt. Weg vom kühlen Meds, dem melodiösen Black Market Music, dem eingängigen Sleeping With Ghosts mit seinen vielen Highlights. Zurück ins Sonnenlicht will Brian Molko mit Battle For The Sun. Das bedeute aber nicht, die Dunkelheit zu ignorieren, da sie essentiell sei. Tja. Stimmt wohl. Wirklich in Richtung Sonne schaut das Album mit dem vielsagenden Cover aber auch nicht wirklich, Passagen wie "no one here get's out alive" (Julien) klingen ziemlich bekannt, klassische Molko-Songtexte gehen eben in Richtung Verfolgungswahn, (unerwiderte) Liebe, Gefühlskälte, etc.
Mit Kitty Litter bietet sich ein ehrlich gesagt ziemlich eintöniger Start, gleich darauf folgt aber Ashtray Heart, nicht nur ein frühes Highlight des Albums, sondern auch der originale Bandname von Placebo, benannt nach einem Captain Beefheart-Song. Songtitel, die man vielleicht schon woanders her kennt, wären weiters Devil in the Details (Bright Eyes) und Come Undone (Robbie Williams). Alle drei Songs aber keine Covers.
Außer Ashtray Heart und Battle For The Sun bleibt die erste Hälfte allerdings recht eintönig. Mir gefällt aber der recht fröhliche Start von Bright Lights, der sehr an jenen von Peeping Tom (Black Market Music) erinnert, nur dass Bright Lights grundsätzlich um einiges positiver gestimmt ist.
Die zweite Hälfte bindet überhaupt mehr "fremde" Elemente ein, so ein ziemlich düster-tanzbarer Start von Julien (anbei als Video), und verdammt, der Track haut auch rein!
Battle For The Sun ist keine Generalüberholung oder Renovierung des Placebo-Sounds, braucht aber ein paar Durchgänge, um ins Ohr zu gehen un zu gefallen. Aber "ich werde gefallen" ist die deutsche Übersetzung des lateinischen Wort "Placebo", und es ist wohl auch das Motto des Albums. Nicht ganz, aber zumindest teilweise.
Und außerdem: so fehl Kitty Litter als erster Track am Platz ist, so überaus passend ist Kings of Medicine als Abschluss gewählt. Ein schöner Abschluss mit den Worten "I wouldn't know where to begin" als letzte Zeile. Und ein verdammt guter Track. Auch wenn Taste in Men, der in meiner alphabetisch, nach Alben, geordneten Musiclibrary gleich anschließend in den Player springt, irgendwie etwas wehmütig an alte Zeiten denken lässt.






Userbewertung: 6,17 Punkte (6 Stimmen)
Autorenbewertung: 7 Punkte
Alle Kritiken zu Placebo :

Meds (2006)
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Autoren-Bewertung: 9 Punkte
User-Bewertung: 8,30 Punkte
Datum: 12. August 2009

Battle For The Sun (2009)
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Autoren-Bewertung: 7 Punkte
User-Bewertung: 6,17 Punkte
Datum: 8. September 2009

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