Conor Oberst - Conor Oberst

„victory's sweet, even deep in the cheap seats.“

Erase yourself and you’ll be free. Conor Oberst hat sich die Freiheit genommen, neben seinem Hauptprojekt Bright Eyes nach 12 Jahren wieder ein Album als Solokünstler zu machen – erfreuliche Entscheidung! Denn die (zugegebenermaßen etwas unkreativ betitelte) CD hält, wie nicht anders zu erwarten, ein durchgehend hohes Qualitätsniveau und hat sich schon nach dem ersten Durchhören zu einem meiner Lieblingsalben entwickelt. Conor Oberst klingt frisch und authentisch, kommt ohne großartige Effekte aus, auch härtere Töne werden nicht übermäßig oft angeschlagen. Und es reißt einen sofort mit – in welche Stimmung auch immer man dadurch geworfen wird.
Cape Canaveral würde sich in jeder Entspannungs- oder “Schlafen”-Playlist wohlfühlen, während man sich zu Titeln Eagle on a Pole oder Lenders in the Temple (definitiv einer meiner All-Time-Favourites) einfach nur hinlegen und zuhören möchte. Oder weinen.
In Aufbruchs- oder Arbeitsstimmung fühlt man sich sofort versetzt durch I Don’t Want to Die (In The Hospital), NYC -- Gone, Gone (trotz einer Laufzeit von nur einer knappen Minute) oder Souled Out!!!, der ersten Single-Auskopplung.
There’s nothing that the road cannot heal – Oberst verschafft mir nicht nur einen Lieblingssong, sondern auch eine neue Sichtweise. Und auch die Straße bzw. Schiene ist sicher ein passender Ort, um diese CD in den Player zu legen, und einfach zuzuhören.
Ein weiterer auffälliger Unterschied zu viele Bright Eyes-Songs ist neben der für dieses Album absolut ausgemerzten Effektfreudigkeit sind sicher auch die Texte – denn „rock’s boy genius“, wie er vom Rolling Stone getauft wurde, erzählt seine Lieder nicht mehr so, wie man es von ihm gewohnt ist, und wie es ihn ausmacht. Das ist aber auch kein negativer Aspekt, da man ihn trotzdem noch liebt, vor allem Get-Well-Cards zeichnet sich durch einen absolut sympathischen und wunderbaren Text aus.
Für mich ein fast makelloses Album, und was wäre schon Conor Oberst in Perfektion?

Lange Rede, kurzer Sinn: Dieses Stück Seelenbalsam ist absolut jedem zu empfehlen, der nicht unbedingt Doublebassdrums oder 3 Gitarrensoli pro Song braucht, um sich mitreißen lassen zu können, sowie selbstverständlich allen Bright Eyes-Fans, und jedem, der sich von Größen wie Bob Dylan oder dem unvergleichlichen Johnny Cash begeistern lässt – denn auch Oberst wird eine Legende werden, daran besteht kein Zweifel. Es braucht nur Zeit.






Userbewertung: 8,29 Punkte (7 Stimmen)
Autorenbewertung: 8 Punkte
Alle Kritiken zu Conor Oberst :

Conor Oberst (2008)
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Autoren-Bewertung: 8 Punkte
User-Bewertung: 8,29 Punkte
Datum: 30. Juli 2009

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