The Killers - Day & Age

„close your eyes, clear your heart, cut the cord.“

"I know what you want, I’m gonna take you to a midnight show tonight" sang uns Brandon Flowers noch auf dem grandiosen Debütalbum Hot Fuss ins Ohr. Und ja, die Killers wussten wirklich, wie sie ihre Fans begeistern konnten. Und das nicht nur auf Hot Fuss - Sam’s Town war zwar ein etwas schwächerer Nachfolger, aber keineswegs als schlecht zu bezeichnen - selbiges gilt für die Durchhalten-und-aufs-nächste-Studioalbum-warten-B-Seitensammlung Sawdust. Und wir haben gewartet, oh ja, und natürlich hat man sich auch etwas erwartet – nicht verwunderlich, nach diesem Start.. Und der Anfang stimmte positiv, Human (eigentlich für Sawdust bestimmt) wurde als erste Single auserkoren und war schon vor Albumrelease auf myspace anzuhören.
Aber die Enttäuschung folgte auf dem Fuß. Auch nach mehrmaligem Durch- bzw Auf und Ab-Hören weigerte sich Day & Age hartnäckig, seine Wirkung zu entfalten, und man fragt sich, was die Combo aus Las Vegas damit erreichen wollte?
Mich stören nicht die Bläser. Mich stören nicht die dieses Mal durchaus stärker eingearbeiteten Pop-Elemente (es ist übrigens ohnehin zu überlegen, Werk Nr. 3 bzw 4 nicht generell dem Pop zuzuordnen). Mir fehlt schlicht die Kraft, die von den Vorgängern ausging, und von der man sich immer gern mitreißen ließ – man denke nur an Jenny Was A Friend Of Mine oder das schon erwähnte Midnight Show! Unerklärlich, aber dieses Album wollte einfach nicht in meine Ohren – und auch ich bin ein Freund der Killers und hatte lange darauf gewartet. Basssound und verstärkt Klänge aus frühen Discotagen – schön und gut, auch Joyride bahnt sich seinen Weg und hat durchaus das Zeug, demnächst auf diversen Partys zu hören zu sein – warum auch nicht, diese Band hat sich ja schon beinahe verpflichtet, tanzbar zu sein (oder dazu diverses einzuschmeißen, man erinnere sich voller irgendwie zufriedener Gleichgültigkeit an Andy, You’re A Star, Everything Will Be Alright oder Uncle Jonny).

Schlussendlich habe ich das Geheimnis durchschaut – Day & Age kann man unmöglich leise oder zumindest mit durchschnittlich laut aufgedrehten Boxen hören. Es braucht unbedingt eine gewisse Lautstärke, die dann doch einiges entfesselt – was bei Tracks wie This Is Your Life oder Neon Tiger aber leider nicht viel bringt.. Außerdem, ganz ehrlich gesagt: Nichtmal das Video zur aktuellen Single This Is The World We Live In kann ebendiese noch irgendwie rausreißen, das ist nämlich noch mieser als das Lied selbst. Und auch, wenn das Album letztendlich doch mehr hergibt, als es anfangs vortäuscht – eines fehlt!
Wo ist die Stimme, die Mr. Flowers ordentlich erhebt und scheinbar in den Himmel schleudert? Vielleicht beim Touren verlorengegangen, oder sonst wo auf der Strecke geblieben – wir wissen es nicht. Klar ist nur, dass diese Band bei weitem mehr kann, als sie hier zeigt, das haben The Killers schon mehrfach bewiesen (wenn auch nicht unbedingt auf lauen Liveshows). Ja, die Messlatte lag nach wie vor hoch – das Debütalbum war nunmal ein absoluter Burner. Aber nach diesem Album muss man sich wieder hocharbeiten.

Lust, schnell weiterzuskippen, kann durchaus aufkommen, und übernommen hat man sich definitiv mit Goodnight, Travel Well – es liegt nicht wirklich an der Länge von gut sieben Minuten, wohl eher an der Absicht, etwas Episches zu erschaffen, was absolut nicht gelungen ist.
Dem Auge tut das Cover gut, Earcatcher bleiben Human, Spaceman, Joyride und die beiden Bonustracks (Forget About What I Said beginnt übrigens extrem an Bloc Party erinnernd) – nicht genug für das, was man sich erwartet hat. Die Bewertung tut mir beinahe leid, aber das geht nunmal besser. Das ist nichtmal besserer Durchschnitt. So einen qualitativen Abstieg hat in den letzten Jahren wohl kaum eine Band mitgemacht. Außer vielleicht die Kaiser Chiefs. Die aber auch vorbildmäßig.

Anspieltipps: Human, Spaceman, Joyride, A Crippling Blow






Userbewertung: 4,38 Punkte (13 Stimmen)
Autorenbewertung: 5 Punkte
Alle Kritiken zu The Killers :

Hot Fuss (2004)
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Autoren-Bewertung: 8 Punkte
User-Bewertung: 8,27 Punkte
Datum: 13. August 2009

Day & Age (2008)
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Autoren-Bewertung: 5 Punkte
User-Bewertung: 4,38 Punkte
Datum: 13. August 2009

Kommentare

  • kann ich eigentlich nicht nachvollziehen. sooo schlecht wie alle tun ist es nicht!

    von Kevin, am 17. September 2009 (vor 8 Jahren)

  • Also die Userbewertung ist ja echt genial :D

    von Lukas Linemayr, am 17. September 2009 (vor 8 Jahren)

  • ich finds irgendwie ziemlich geil,
    dass das Album in den userbewertungen so verrissen wird :D

    von Sophie Schmidauer, am 8. September 2009 (vor 8 Jahren)