Bloc Party - Intimacy

„keep the past, the future is ours.“

Fertig, Los! Mit dem Namen dieser deutschen Band lässt sich der furiose Start eines sehr elektronisch ange“hauchten“ Albums beschreiben. Keine Zeit mehr, um auf die Plätze zu gehen, Intimacy mutet eher freizügig als intim an und rast geradezu los mit Ares, der leider nicht sonderlich berauschenden Single Mercury und Halo und mir bleibt nicht viel mehr zu sagen als ein ordentliches „YAY!“ !
Das wunderschöne Plattencover beschreibt das Album also auch nicht wirklich treffend, aber was soll's, eine Augenweide im CD-Regal mehr kann nicht schaden.
Die Nummer 3 der Band aus London hat ziemlich viel zu bieten, was Tanzflächentauglichkeit angeht. Schon Ares enthält viele härtere Elemente, die ein ruhiges Sitzenbleiben ziemlich unmöglich machen. Überhaupt zeigen sich Bloc Party sehr energiegeladen, als Ruhephasen stellen sich unter anderem Biko und das hübsch vor sich hinklimpernde Signs heraus. Auf den, wenn auch sehr leise, obligatorisch unterlegten Beat wird jedoch nie verzichtet, was aber keineswegs stört – jener in Track 6 klopft wohltuend auf der Seele dahin.
Halbzeit der guten Dreiviertelstunde Spielzeit, und ich bin begeistert. Und das, obwohl ich nie ein großer Bloc Party-Fan war. Aber Intimacy packt einen am Genick und lässt nur selten locker.
Trojan Horse erinnert anfangs an Justice' Stress, lässt aber recht schnell von dieser Ähnlichkeit ab – in den vollelektronischen Bereich will sich der Track doch nicht verschieben lassen. Leider etwas unspektakulär bis langweilig fällt der Abschluss des Albums mit Ion Square (Kele Okerekes Lieblingstrack) aus, aber ruhige Songs sind wohl generell nicht die Stärke dieser Band. Um Missverständnissen vorzubeugen, gewohnte Gitarren- und Bassklänge sind nach wie vor nicht zu missen – Riffs wie in Like Eating Glass oder Helicopter sind zwar nicht mehr zu finden, die vielen um einiges härter gestalteten Gitarrenparts sind aber auch alles andere als zu verachten.
Die Combo um Sänger Kele Okereke liefert mit ihrem dritten Studioalbum eine eindeutige Weiterentwicklung ab, die meiner Meinung nach keinen Bloc Party-Freund abstoßen, und die Fangemeinde mit Sicherheit erweitern wird.
Vielfältigkeit heißt die Devise – nur die charakteristische Stimme ist dieselbe und wird es hoffentlich bleiben.
Alles in Allem ein wirklich gutes Album mit einigen Schwächen, die noch ausgebügelt gehören. Aber wer von den bemerkenswerten Hochs dieser Veröffentlichung einmal gefesselt worden ist, wird darüber großzügig hinwegsehen können.






Userbewertung: 7,89 Punkte (9 Stimmen)
Autorenbewertung: 7 Punkte
Alle Kritiken zu Bloc Party :

Intimacy (2008)
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Autoren-Bewertung: 7 Punkte
User-Bewertung: 7,89 Punkte
Datum: 31. Juli 2009

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