Konzertreview: Muse

geschrieben von Sophie Schmidauer, am 23. November 2009

Drei lange Jahre sind vergangen, seit man Muse zuletzt in Österreich bewundern durfte. Und heuer verschlägt es die drei Wunderkinder aus Teignmouth/Devon wieder nicht nach Wien. Aber in München durfte man sie bewundern, und das haben wir getan.

€ 47,50 die Stehplatzkarte sind ein schönes Stück, aber jeden Cent wert, wenn man die eindrucksvollen Klänge von Muse schätzt. Biffy Clyro gabs in der Olympiahalle als Vorband dazu, deren drei Schotten wären auch durchaus ordentliche Einheizer, wenn nicht ein nicht unbeträchtlicher Teil des Publikums bis auf gelegentliches Wippen ziemlich regungslos dagestanden hätte. Aber gut, wegen Biffy Clyro hat wohl auch kaum einer ein Ticket gekauft.
Und so rocken nackte Oberkörper mit bis an die Brust geschnallter Gitarre, bis der Schweiß tropft. Schlechtere Vorgruppen gibt es unzählige, und Biffy Clyro rechtfertigen ein früheres in die Halle kommen durchaus.

Recht pünktlich, gegen 21:00, fallen schließlich die "Vorhänge" des Bühnenbilds, und enthüllen drei grell beleuchtete Podeste, auf denen Muse mit Uprising sehr würdig eröffnen, und endlich kommt Bewegung in das bisher, wie erwähnt, sehr ruhige Publikum der Olympiahalle. Resistance folgt, und irgendwann senken sich die Podeste in den Boden, um den ersten Origin of Symmetry-Track zu eröffnen, nämlich New Born.  Gitarre bzw. Klavier auf hohem Niveau, taktgenaues, Dominic Howards schweißgetränkten Shirt nach zu urteilen irrsinnig anstrengendes Schlagzeug, und natürlich Chris Wolstenholmes hochwertiges Bassspiel (wenngleich Chris' teilweise sehr an Verstopfung erinnernder Gesichtsausdruck beim Backgroundsingen etwas an Seriösität nimmt) werden zu einer wunderbaren musikalischen Symbi

ose, wie man sie sich nur wünschen kann.
Alles in Allem ist es eine sehr schön durchgemischte Setlist - sieben Mal lauscht man den Klängen von Stücken des neuen Albums (was auch nicht wundert, die Tour ist ja schließlich danach benannt, außerdem schlägt es grundsätzlich ein wie ein Kracher), nur Freunde des Erstlings Showbiz werden enttäuscht - kein einziger Titel findet sich im Programm, was ich persönlich ziemlich schade finde - wer hat sich nicht auf Sunburn, Muscle Museum und Co gefreut, die Muse erst zum Durchbruch verhalfen?

 

Nichtsdestotrotz heizen die drei Mittdreißiger ohne überflüssige Worte zwischendurch ihren Fans irrsinnig ein, 20 großteils sehr energiegeladene Tracks hört man in gut anderthalb Stunden. Und wer während der wohl langweiligsten B-Seite, die Muse je produziert haben (nämlich Nishe) die Halle verlassen hat, um sich ein völlig überteuertes Wasser zu holen, hat dies schnell bereut, denn gleich danach ertönen schon die ersten Klaviertöne von United States of Eurasia, der bombastischen neuen Queen-Hommage. Durchgehend bombastisch war auch die unglaubliche Lightshow, die man von Muse ja schon gewöhnt ist, die aber wirklich Eindruck macht.

Etwas vorhersehbar war sie schon, die Setlist - schade. Bis auf jene, die sich auf ein paar B-Seiten gefreut hätten, war wohl jeder zufrieden, allein schon wegen der großartigen Performance. Ich persönlich hatte durchaus schon mit einem Exogenesis-Part als Zugabe gerechnet und lag damit auch richtig - Part 1 (Overture) schallte durch die Halle. Etwas seltsam war das allerdings schon, so ohne eine Spur von Orchester auf der Bühne, aber trotzdem mit Streichern unterlegt. Aber man kann ja nicht alles haben. Als allerletzter Track donnerte das lang erhoffte Knights of Cydonia los - mit Man with a Harmonica-Intro.

 

Fazit: Gerne wieder, mehr als gerne! Trotz irrsinnig anstrengender Fankiddies inkl. mit selbigem Attribut zu bezeichnender Eltern, trotz Rauchverbot in Deutschlands Hallen (das ohnehin nicht Maß aller Dinge sein sollte, wenn man ein Konzert besuchen möchte), trotz geschlagener 6 Stunden Autofahrt insgesamt - DAS war's wert. Schade nur, dass die Setlists der Tour sich sehr stark ähneln.




Kommentare

  • war ja keine kritik, und pers├Ânlich darfst es sowieso ned nehmen ;)

    von Alex, am 24. November 2009 (vor 8 Jahren)

  • ├╝brigens:

    punkt a is rein subjektiv
    punkt b - und?
    punkt c - REIN subjektiv, is f├╝r mich ein guter abschluss
    punkt d: drum steht ja auch \"├╝berfl├╝ssig\" oO
    punkt e: ich kenn leider 90% der halle nicht, aber gen├╝gend leute, die das erste album sch├Ątzen - au├čerdem kann ma ned immer nur nachm bekanntheitsgrad gehen
    punkt f: ja na, wirklich? hab mir schon erwartet, dass sie mit einem extratourbus f├╝r ein sauteures orchester nur f├╝r ein lied herkommen ;)

    von Sophie, am 24. November 2009 (vor 8 Jahren)

  • hast du auch noch was anderes zu sagen als meine review zu kritisieren? oO kannst ja auch deine eigenen erfahrungen posten..

    von Sophie, am 24. November 2009 (vor 8 Jahren)

  • "Biffy Clyro rechtfertigen ein fr├╝heres in die Halle kommen durchaus."
    - naaaaaja... sie sind schotten, und das wars dann^^
    "Rauchverbot in Deutschlands Hallen"
    - gibts auch in der stadthalle nur schei├čt sich da keiner was ;)
    "Knights of Cydonia"
    - guter song, schlechter letzter song

    "ohne ├╝berfl├╝ssige Worte "
    - eine gute band braucht mit dem publikum eh nicht zu kommunizieren

    "wer hat sich nicht auf Sunburn, Muscle Museum und Co gefreut"
    - ich traue mich zu mutma├čen dass 90% des publikums keinen track von showbiz gekannt h├Ątten
    "ohne eine Spur von Orchester auf der B├╝hne"
    - dass sies einspielen war ja eh von vornherein klar ;)

    von Alex, am 24. November 2009 (vor 8 Jahren)