This Is One For The Good Days//Jänner

geschrieben von Julius Schlögl, am 1. Januar 2009

Nachdem der werten Trickster-Gemeinde in bereits zwei - mehr oder weniger regelmäßig erscheinenden - Blogs elektronische Perlen hochgetaucht werden, folgt hier nun ein Pendant für Handgemachtes aus den Nischen zwischen den großen Genres mit Liebhaberfaktor. In diesem Sinne: Herzblut for the Masses! Perlen vor die Säue!

Feierlich durchschnitten wird das Eröffnungsband mit dem neuen Projekt von Justine Vernon, der sich mit Bon Iver ja keinen allzu schlechten Namen gemacht hat. Seine Kollaboration  mit den bizarr klingenden Collections of Colonies Of Bees nennt sich Volcano Choir, das Album Unmap erschien auf dem nicht minder merkwürdig betitelten Label Jagjaguwar, u.a. Heimat von Sunset Rubdown, Okkervil River und Bon Iver eben. Es gibt definitiv schlechtere Labelkollegen!
Auch als Volcano Choir klingt Vernons Falsett noch restlos überzeugend, nur das instrumentelle Drumherum geht gewagtere Richtungen als die doch durchaus bekömmliche Kost von Bon Iver. Sphärisch und weniger erdig als Bon Iver präsentiert sich dieses Album, dessen Songs teilweise bereits 2005 existierten, aber erst im November 2008 fanden sich Zeit/Studio/Mut für die endgültige Verwirklichung dieser Ideen.
Als Anspieltipp darf das kürzlich in die ehrenhafte Riege der FM4-"Im Sumpf"-Jahrescharts aufgenommene "Island, IS" herhalten, das - so exemplarisch es bei einem derart experimentellen Projekt nun eben geht - "pars pro toto" für das Gesamtwerk stehen kann.

Eine der interessantesten Neuerscheinungen dieses Jahres, die ohne bereits bekannte Gesichter der Szene auskommt, ist After Robots, das Debüt der BLK JKS. Diese -  Black Jacks gesprochenen - Herren sind schwarze Südafrikaner, die, ähnlich den Stil-Ikonen TV On The Radio, "Rock" oder was nun mal dafür gehalten wird, mit entsprechenden ethnischen Charakteristika paaren, stammen doch immerhin zwei der vier Herren aus den ärmlichen Townships um Johannesburg. "Als wir anfingen, wurden wir mit einer Menge Feindseligkeit konfrontiert", erzählen sie, der überwältigende Erfolg, der ihnen in Europa und den Staaten zu Teil wurde, dürfte ihnen aber Recht geben.
Live werken die Südafrikaner mit unglaublicher Energie, ihr Auftritt am Haldern Pop 09 wird nicht so schnell vergessen werden. Als Einstieg mal "Molalatladi" konsumieren!

Das nächste derzeit mehr oder weniger hippe Ding heißt Cymbals Eat Guitars, kommt aus NYC und demnächst auch mal nach Wien. Den Genuss einer Überdosis Pavement können sie nicht leugnen, aber dass sie einfach auf einer derzeit vorherrschenden Welle mitreiten wollten, kann man ihnen nicht vorwerfen. Etwas sperrig, nervös und hibbelig ist ihr Schaffen, vereint auf Why There Are Mountains, geraten, aber so landen sie wenigstens nicht in Starbucks-Playlists. Auf Tour waren sie übrigens mit den Antlers, meine Begeisterung dieser anderen New Yorker Truppe habe ich bereits Kund getan.
"Wind Phoenix" stelle ich mal als Einsteigerpackage in den Raum, nur ein allfälliger Silvesterkater lässt sich damit eher nicht kurieren.


So, das wärs auch schon wieder fast gewesen, aber ein paar Konzerthinweise für Jänner will ich auch noch anbringen:

Navel // Destroy, Munich - Chelsea, Wien
Big Pink // Japandroids (!!!) - Arena, Wien
Grand Archives // S - WUK, Wien




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